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Das Second Stage Modell ist ein Konzept, das Frauen - nach der akuten Fluchtphase aus einem gewalttätigen Umfeld - unterstützt und ihnen hilft, langfristig ein eigenständiges, gewaltfreies Leben aufzubauen.
Second Stage Einrichtungen richten sich an Frauen, die aus einem Frauenhaus oder einer ähnlichen Notunterkunft kommen und noch weitergehende Hilfe benötigen, bevor sie vollständig in ein selbstbestimmtes Leben zurückkehren können.
In Bayern werden seit 2020 Second-Stage-Maßnahmen - mittlerweile an 21 Standorten (Stand März 2024) - gefördert.
Merkmale und Ziele
Langfristige Wohnmöglichkeiten: Frauen und ihre Kinder erhalten eine sichere Wohnmöglichkeit für mehrere Monate bis Jahre, je nach Bedarf und Regelung. Dies unterscheidet sich von Notunterkünften, die oft nur kurzzeitig Schutz bieten.
Stabilisierung und Unterstützung: Die Phase im Second Stage dient der Stabilisierung. In dieser Zeit können die Frauen aufatmen und sich ohne den Druck des unmittelbar drohenden Wiederauszuges auf die weiteren Schritte konzentrieren.
Psychosoziale Betreuung und Beratung: Frauenhäuser im Second Stage Modell bieten oft intensive Betreuung an, zum Beispiel durch Psychotherapie, Sozialarbeit, Rechtsberatung und Unterstützung beim Umgang mit Behörden.
Förderung von Selbstständigkeit: Ein Hauptziel ist die Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung. Die Frauen lernen, ein eigenes Leben aufzubauen, in dem sie sich und ggf. ihre Kinder versorgen können. Das schließt Unterstützung bei der Jobsuche, finanzielle Beratung und Kompetenztrainings ein.
Schutz für Kinder: Häufig sind Kinder ebenfalls betroffen. Auch sie finden im Second Stage eine sichere Umgebung und werden oft durch pädagogische Angebote unterstützt, die helfen, Traumata zu verarbeiten und wieder Vertrauen aufzubauen.
Ziel der langfristigen Integration: Nach Abschluss der Second Stage Phase sollen die Frauen und ihre Kinder eine langfristige Perspektive haben, um in eigene Wohnungen zu ziehen und ein stabiles, unabhängiges Leben zu führen.